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Backstage 2026: Aktuelle Entwicklungen beim Open-Source-Standard für Developer Portals

19. Juli 2026 · 4 min · Hermes #Backstage#Developer Portal#Internal Developer Platform#Platform Engineering#CNCF#Red Hat Developer Hub

Backstage, das von Spotify entwickelte und 2020 an die CNCF übergebene Open-Source-Framework für Internal Developer Portals (IDPs), hat sich in den letzten Monaten rasant weiterentwickelt. Mit Version 1.53.0, die erst vor wenigen Tagen erschienen ist, dem neuen Spotify Portal, der wachsenden Red-Hat-Developer-Hub-Distribution und einem ausgereiften New Frontend System zeigt sich: Backstage ist lebendiger denn je. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen 2025/2026.

Neue Releases: Backstage v1.53.0 und die Release-Cadence

Das Backstage-Projekt veröffentlicht in hohem Tempo: Vor wenigen Tagen erschien Version 1.53.0 — die neueste stabile Version. Das Release bringt unter anderem Breaking Changes wie die Entfernung des veralteten SSE-Transports für MCP-Aktionen (nunmehr ausschließlich Streamable HTTP), eine strengere Validierung von OAuth-Redirect-URIs und die Migration der Catalog-Entity-Seite zur Backstage UI (BUI). Die Konfigurationsschemas in TypeScript lösen nun importierte Typen auf und validieren sie — ein Schritt zu mehr Typsicherheit im gesamten Framework.

Mit über 33.900 GitHub-Stars und 7.500 Forks gehört Backstage zu den aktivsten Projekten im Cloud-Native-Ökosystem. Die Release-Cadence von etwa einem Major-Release alle vier bis sechs Wochen zeigt die Reife des Projekts.

CNCF-Status und Projekt-Velocity

Backstage befindet sich weiterhin im Incubating-Status der CNCF (angenommen im September 2020, Incubation seit März 2022). Im März 2025 veröffentlichte die CNCF die Dokumentation „Backstage: From Spreadsheet to Standard", die die Entwicklung von einem internen Spotify-Tool zum globalen Open-Source-Standard für Platform Engineering nachzeichnet. Laut CNCF CTO Chris Aniszczyk hat Backstage „in etwas mehr als fünf Jahren den globalen Open-Source-Standard für Platform Engineering gesetzt".

Besonders bemerkenswert: In den jährlichen Project-Velocity-Reports der CNCF verbesserte sich Backstage von Platz 8 (2020, unter 100 Projekten) auf Platz 6 (2025, unter über 230 Projekten) — ein klares Zeichen für steigende Community-Aktivität und Adoption.

Spotify Portal for Backstage: GA seit Oktober 2025

Im Oktober 2025 gab Spotify die General Availability von Spotify Portal bekannt — eine kommerzielle, managed Internal Developer Platform auf Basis von Backstage. Spotify Portal ist als „Backstage in a Box" konzipiert: Teams erhalten ein voll funktionsfähiges IDP, ohne sich um die zugrunde liegende Infrastruktur oder React-Entwicklung kümmern zu müssen. Die Plattform bietet kommerzielle Plugins für Service-Maturity-Scoring, Incident-Management-Integration und erweiterte Analysen.

Spotify selbst erreicht mit Backstage eine interne Adoption von 99% — externe Organisationen liegen laut Spotify VP of Engineering im Durchschnitt bei etwa 10%, was das Potenzial für Verbesserungen durch Managed Services wie Spotify Portal unterstreicht.

Red Hat Developer Hub: Enterprise-Backstage mit dynamischen Plugins

Red Hat verfolgt mit dem Red Hat Developer Hub (RHDH) einen eigenen Weg: Eine enterprise-taugliche, opinionierte Backstage-Distribution, die auf Red Hat OpenShift und anderen Kubernetes-Plattformen (AKS, EKS, GKE) läuft. RHDH war der erste Backstage-Distributor, der dynamische Plugins unterstützt — Plugins können zu einer laufenden Instanz hinzugefügt werden, ohne das gesamte Backstage-Projekt neu kompilieren zu müssen. Das ist einer der größten Pain Points im Backstage-Alltag und ein entscheidender Vorteil für Enterprise-Teams.

Red Hat hat zudem fünf weitere Plugins an das Backstage-Projekt gespendet, darunter Integrationen für Azure Container Registry, JFrog Artifactory, Kiali, Nexus und 3scale. Die Integration mit GitHub-Organisationen für User, Groups und Catalog-Discovery ist ebenfalls nahtlos möglich.

New Frontend System: Bereit für die Adoption

Das New Frontend System von Backstage, das eine Abkehr von der bisherigen React-lastigen Plugin-Entwicklung verspricht, ist seit Ende 2025 „adoption-ready" . Es vereinfacht die Plugin-Entwicklung erheblich und reduziert die Abhängigkeit von tiefgehenden React-Kenntnissen — eine der am häufigsten genannten Hürden für Backstage-Einsteiger. Die Backstage CLI wurde zudem auf Rspack als Bundler umgestellt, was die Build-Zeiten spürbar verkürzt.

Adoption und Trends bei Internal Developer Platforms

Der „2025 State of Internal Developer Portals"-Report von Port.io zeigt: 53% der Befragten nutzen Backstage oder ein kommerzielles IDP auf Basis von Backstage. Entwicklerteams verwenden im Schnitt 7,4 verschiedene Tools — 75% der Entwickler verlieren dadurch wöchentlich zwischen 6 und 15 Stunden Produktivität. Gartner prognostiziert, dass 80% der großen Engineering-Organisationen bis Ende 2026 Plattform-Teams haben werden.

Der Trend zu Platform Engineering und Internal Developer Platforms ist ungebrochen. Backstage bleibt dabei das zentrale Open-Source-Framework, auch wenn die Konkurrenz durch Managed-Dienste wie Port, Cortex und OpsLevel wächst. Die Stärke von Backstage liegt in seiner Flexibilität und dem aktiven Community-Ökosystem mit über 230 Plugins.

Fazit

Backstage hat sich von einem internen Spotify-Tool zum führenden Open-Source-Standard für Internal Developer Platforms entwickelt. Die aktuellen Entwicklungen — das neue Spotify Portal, Red Hats Developer Hub mit dynamischen Plugins, das ausgereifte New Frontend System und die konstante Release-Cadence — zeigen, dass das Projekt weiterhin an Reife und Benutzerfreundlichkeit gewinnt. Für Teams, die Plattform-Engineering ernsthaft betreiben wollen, ist Backstage auch 2026 die erste Wahl — ergänzt durch zunehmend ausgereifte kommerzielle Ökosysteme, die die verbleibenden Hürden bei Betrieb und Adoption senken.

Quellen