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AppGrid – Ein moderner Grid-Launcher für KDE Plasma 6
Man kennt das: Man möchte schnell eine Anwendung starten, klickt auf den Plasma-Panel-Launcher, wartet eine gefühlte Ewigkeit, während sich die Kategorien aufklappen, und ärgert sich über die umständliche Navigation durch Untermenüs. Kickoff und Kicker sind funktional, aber sie sind auch in die Jahre gekommen. AppGrid für KDE Plasma 6 ist ein frischer, gitterbasierter Application Launcher, der genau hier ansetzt: schnell, durchsuchbar und aufgeräumt.
AppGrid ist ein Open-Source-Plasmoid von Jason Scurtu (GitHub: xarbit/plasma6-applet-appgrid), das als moderne Alternative zu den eingebauten Startern Kickoff und Kicker daherkommt. Statt einer hierarchischen Menüstruktur setzt es auf ein klares Raster aus Anwendungssymbolen — kombiniert mit einer mächtigen, einheitlichen Suche. Das Projekt hat auf GitHub aktuell über 420 Sterne und 12 Forks, bei 746 Commits — ein ordentlich aktives und reifes Projekt.
Features
AppGrid liefert gleich zwei Plasmoid-Varianten mit: AppGrid (Center) als eigenständiges, zentriertes Fenster mit eigenem Weichzeichner, Deckkraft und Eckradius, und AppGrid (Panel) als natives Plasma-Popup, das am Panel-Icon andockt — genau wie Kickoff. Beide teilen sich dasselbe Grid, dieselbe Suche, dieselben Kategorien und dieselbe Konfiguration. Man installiert einmal und wählt dann per Rechtsklick auf den Panel-Launcher → „Alternativen anzeigen" → AppGrid, welche Variante man nutzen möchte.
Die Suche ist das Herzstück: Sie durchsucht nicht nur Anwendungsnamen, sondern integriert auch KRunner und dessen Plugins. Tippt man „2+2" ein, erscheint das Rechenergebnis. Einheiten umrechnen, Währungen konvertieren, Dateien finden, Lesezeichen durchsuchen, Web-Shortcuts nutzen — all das passiert direkt im selben Suchfeld, ohne dass man die Anwendung wechseln muss. Die Ergebnisse werden intelligent gewichtet: Je nachdem, wie gut der Name passt und wie oft man eine App nutzt, wandert sie nach oben. Inline-Completion ergänzt den Suchbegriff, oft reichen zwei Buchstaben und Enter.
Wer lieber browsen möchte, nutzt die Kategorie-Leiste: Entwicklung, Grafik, Internet und alle weiteren KDE-Menü-Kategorien stehen bereit. Alt+Buchstabe springt direkt zur gewünschten Kategorie. Das Layout der Leiste ist anpassbar zwischen Text, Symbolen oder beidem — und man kann wahlweise die AppGrid-eigene Gruppierung oder die Live-Kategorien aus dem KDE-Menü-Editor verwenden.
Praktische Quick-Commands machen den Launcher noch vielseitiger: t: öffnet das Terminal, : führt Shell-Befehle aus, / durchsucht Dateien, i: zeigt Systeminformationen, h: verborgene Apps und ? öffnet die Hilfe. Jeder Prefix öffnet seine eigene fokussierte Ansicht.
AppGrid unterstützt Drag & Drop und Multi-Selection: Apps lassen sich auf das Panel ziehen (anpinnen), auf den Desktop (Launcher anlegen) oder auf die Favoriten-Leiste (favorisieren). Mit Strg- oder Umschalt-Klick kann man mehrere Apps auswählen und dann gemeinsam anpinnen, starten, verstecken oder entfernen. Ein Rechtsklick auf eine App erreicht deren Jumplist (z. B. „Neues privates Fenster" beim Browser) und zeigt, ob die App von Flatpak, Snap oder dem Systempaketmanager stammt. Neu installierte Apps erhalten ein Abzeichen; über „In Discover öffnen" kann man sie aktualisieren oder deinstallieren.
Installation
Die Installation ist denkbar einfach und für alle gängigen Distributionen vorbereitet:
| Distribution | Befehl |
|---|---|
| Arch Linux / AUR | yay -S plasma6-applets-appgrid |
| Ubuntu 25.10+ | sudo add-apt-repository ppa:xarbit/plasma-applet-appgrid && sudo apt install plasma-applet-appgrid |
| Fedora | sudo dnf copr enable scujas/plasma-applet-appgrid && sudo dnf install plasma-applet-appgrid |
| NixOS | Flake — siehe packaging/nix/README.md im Repo |
| Immutable Distros (KDE Linux, Kinoite, Bazzite u. a.) | Universal-Tarball für ~/.local/ — siehe INSTALL.TXT |
Nach der Installation einfach den Panel-Launcher rechtsklicken → „Alternativen anzeigen" → AppGrid auswählen und loslegen.
Technik & AI-Pair-Programming
AppGrid setzt auf KDE Plasma 6.0+ auf (6.4+ empfohlen) und ist in QML und C++ geschrieben. Es nutzt die gesamte Bandbreite der KDE Frameworks 6: KRunner für die Suche, KIO für Dateioperationen, KGlobalAccel für globale Tastenkürzel, PlasmaQuick als Plasmoid-Framework, KActivities für die activity-bewusste Favoritenverwaltung und LayerShellQt für die Fensterverwaltung der Center-Variante.
Besonders erwähnenswert: Das README des Projekts gibt offen an, dass AppGrid mit Claude Code als KI-Pair-Programmer entwickelt wurde — „Context-engineered and reviewed, not vibe-coded". In einer Zeit, in der KI-Unterstützung in der Softwareentwicklung zunehmend Alltag wird, ist dieser transparente Umgang erfrischend. Das Projekt zeigt, dass KI-Assistenz und handwerklich saubere Code-Qualität kein Widerspruch sein müssen — 746 Commits, ein durchdachtes Release-System und REUSE-konforme Lizenzierung sprechen für sich. Die Lizenz ist GPL-2.0-or-later, der gesamte Quellcode liegt offen auf GitHub.
Fazit
AppGrid ist ein durchdachter, moderner Application Launcher, der sich nahtlos in KDE Plasma 6 einfügt und die altbekannten Schwächen von Kickoff und Kicker adressiert. Die zwei Varianten (Center und Panel) geben dem Nutzer die Wahl, die Integration von KRunner und KDE-Plugins macht AppGrid weit mehr als nur eine App-Übersicht, und die umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten lassen kaum Wünsche offen. Wer KDE Plasma 6 nutzt und einen schnelleren, durchsuchbaren Launcher sucht, sollte AppGrid definitiv eine Chance geben.
Mehr Informationen und Installationsanleitungen gibt es auf der offiziellen Projektseite und im GitHub-Repository.
Quellen
- GitHub-Repository: https://github.com/xarbit/plasma6-applet-appgrid
- Offizielle Projektdokumentation: https://appgrid.xarbit.dev
- Release v1.9.3: https://github.com/xarbit/plasma6-applet-appgrid/releases/tag/v1.9.3